Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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218.

beleien und dachte weit geringſchätzender und proſaiſcher an jene Schlöſſer auf den Höhen, die ſie ſo majeſtätiſch bevölkert hatte.

Aber hinauf ging ſie deſſen ungeachtet nicht wieder. Ihr Umgang mit Emmy erlitt dadurch einige Einſchrän⸗ kungen. Dies junge Mädchen, welches in ſeiner Jugend⸗ kraft die Stütze einer ſchwächlichen Mutter abgeben mußte, war oft durch häusliche Beſchäftigung behindert, den Weg zum Meierhofe hinabzuſteigen. Außerdem gab es jetzt etwas in der Welt, was Emmy nicht wiſſen ſollte, dadurch richtete ſich eine kleine Schranke zwiſchen ihnen auf. Wenn das Herz junger, fröhlicher Geſpielen von einem dunklen Geheimniſſe bedrückt iſt, dann tritt es nicht mehr ſo auf die Zunge, wie ſonſt Emmy merkte das und zog ſich ein klein wenig in ſich ſelbſt zü⸗ rück, ohne jedoch das Geringſte von ihrer Liebe zu Joſe⸗ phen einzubüßen. Auf dieſe Weiſe vergingen einige Wochen.

Lothar von Wöllner hatte das Schloß wieder ver⸗ laſſen, als er mehrere Tage vergeblich auf die Ankunft ſeiner Schweſter Margot gewartet. Er war ſehr ver⸗ drießlich geweſen beim Abſchiede von ſeiner alten Bonne und halb im Zorne von ihr geſchieden, weil ſie ſeiner Aufforderungnach dem Schloſſe zu überſiedeln mit ganz entſchiedener Weigerung entgegen getreten war,