Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

210

dere, ſo zu handeln, wenn er in der Reſidenz ein plötz⸗ liches und glänzendes Engagement erzielen wolle.

Vincent meinte, ob es nicht ehrenhafter ſei, die Catalani in's Geheimniß zu ziehen.

Signor Giuliani lachte ihn aus und entgegnete, daß die Sängerin in ihrem Gatten, dem Herrn von Valabrégue, einen eben ſo ſchlauen als herrſchſüchtigen Geſchäftsführer beſäße, der keineswegs geſonnen ſei, den Ruhm und die Macht ſeiner Gemalin zu ſchmälern, da er die Einnahmen derſelben ſehr gut brauchen könne.

Kunrz und gut Vincent that den erſten Schritt zum Bühnenleben am Gängelbande einer Intrigue und verließ guten Muthes ſeinen Maeſtro, welcher die Sache in die Hand zu nehmen verſprach.

Freier, friſcher und fröhlicher als er gekommen war, ſprang er nach einigen Stunden die Treppe hinab, unter dem Arme die Violinvariationen von Rode.

Signor Giuliani blieb nicht weniger fröhlich in ſeinem rothdecorirten Zimmer zurück, das er mehrmals im vergnägteſten Geſchwindſchritt durchwandelte, ehe er ſich an dem Tiſchchen niederließ, worauf das Geſchirr ſeines Frühſtückes ſtand. Sein Blick ſtreiſte faſt verächt⸗ lich die ungeſäuberte Kaffeekanne und die Taſſen, woran noch verrätheriſche Broſamen eines groben Gebäckes zu erkennen waren.