routinirter Sänger gleich beim erſten Blick einſah, kaum bewältigen konnte.
Er ſchüttelte abweiſend ſein Haupt, widerſtand aber zuletzt dem Verlangen des Signor dennoch nicht, und begann die Lection.
Es geſchah, was dem Virtuoſen ſo häufig geſchieht. Vincent fand Gefallen an dem Probiren dieſer Piece, weil er ſich ſelbſt übertraf und weſentlich mehr leiſtete, als er ſich zugetraut hatte. Er wurde nicht müde, unter der Anleitung ſeines Maeſtro zu üben, bis dieſer, zu⸗ friedengeſtellt, die Hände rieb und den Erfolg für ge⸗ ſichert erklärte. Darauf entwickelte er dem geſpannt hor⸗ chenden jungen Manne ſeinen Plan, der dahin ging, daß er die Catalani als Protectorin für ſeinen Schüler zu gewinnen ſuchen werde, ohne die gewaltigen Mittel zur Concurrenz, die demſelben zu Gebote ſtanden, ganz zu verrathen; daß Vincent ſich bei einer Prüfung nur auf einfache Sachen beſchränken ſolle, um den Neid und die Mißgunſt der Dame nicht zu wecken, und daß er erſt in einem letzten Concerte mit ſeiner ganzen Kunſt, mit ſeiner ganzen Genialität, die derjenigen der Catalani vollſtändig ebenbürtig ſei, hervortreten und das Publikum gleichſam erſchüttern ſolle.
Der Plan gefiel Vincent nicht, aber Signor Giu⸗ liani ſuchte ihm zu beweiſen, daß die Klugheit es erfor⸗
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