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Leider war ihm der Signor noch nie nothwendiger geweſen, als bei dieſer Gelegenheit, deßhalb mußte ein Angriff auf ſeine Herzensgüte gewagt werden. Kein Menſch konnte ihn beſſer in die Geheimniſſe des Theater⸗ lebens einweihen, als der Signor. Kein Menſch war fähiger, ſeine Leiſtungen richtig zu beurtheilen, und kein Menſch war ehrlicher in ſeinem Lob und Tadel als der Signor.
Vincent wußte, daß er ihm eine große Freude mit ſeinem Entſchluſſe bereiten würde. Darauf ſtützte er die Hoffnung, ihn zu verſöhnen, wenn er ihn böſer Launen voll finden ſollte, und ſein offenes, ehrliches Herz würde ſich ſelbſt bis zur Bitte um Theilnahme und Hülfe ver⸗ ſtanden haben, wenn es nöthig geworden wäre. Seine innere Unruhe trieb ihn ſchon um zehn Uhr Morgens aus dem Hauſe, obwohl ihm nicht unbekannt war, daß Signor Giuliani um dieſe Zeit erſt das Bett zu verlaſ⸗ ſen pflegte. Sein ganzes Weſen war in Aufruhr, als er langſam die Taubenſtraße hinabſchritt, um im ge⸗ mäßigſten Tempo den ziemlich weiten Weg bis zur Dorotheenſtraße zurückzulegen. Sein Gewiſſen erwachte ſchon jetzt, wo er in jedem ernſten Blicke, der ihn aus den Augen der Vorübergehenden zufällig traf, eine ver⸗ wunderungsvolle Frage zu leſen glaubte. Seine Wort⸗ brüchigkeit rächte ſich ſchon jetzt, wo er in dem unſchul⸗


