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Es blieb ihren Nachbarinnen räthſelhaft, daß dieſe Frau, ungeachtet aller ſauern Arbeit, nicht ausſah wie alle andern Dorfbewohnerinnen, und ſie hatten ſie deßhalb in Verdacht geheimer Schönheitspflege, wie ſie große Damen anwenden ſollten. Frau Dorſak bekümmerte ſich nicht viel um das Geſchwätz ihrer Nachbarinnen.
Sie war eine ruhige, ſehr thätige Frau, und was ſie aus frühern, beſſern Verhältniſſen in dies arbeitsvolle Daſein an Bildung mit hinübergebracht hatte, das füllte ihre Mußeſtunden hinlänglich aus. Dazwiſchen ſang ſie bisweilen ein Liedchen bei der Arbeit oder plauderte mit ihrer Tochter ſo anmuthig leiſe, daß die Dame der feinen Welt ſehr verrätheriſch daraus hervorblickte.
In dieſer Art hatte ſie ſiebenzehn Jahre auf dem Meierhofe verlebt und noch immer wußte kein Menſch, woher ſie eigentlich ſtamme und was ſie früher für eine Rolle geſpielt habe. Ihr Wirken und ihr Schaf⸗ fen war einfach, als ſei ſie deſſen ſeit ihrer Jugend⸗ zeit gewohnt; aber ihr Weſen, die Erziehung ihrer Tochter, ihr wunderſchöner Geſang und ihr vortreff⸗ liches Klavierſpi! verriethen, daß ſie einem andern,
als landwirthſchaftlichem Kreiſe angehört hatte.
Es konnte nicht fehlen, daß Frau Dorſak durch ihr Dienſtperſonal ſogleich Kenntniß von dem neuen


