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Griff an der braunen Hausthür gaben dem hübſchen, breiten Hauſe ein vornehmes Anſehen. Dies Haus wurde ſeit Jahresfriſt von einem Herrn bewohnt, deſſ en Aeußeres gerade nicht impoſant, doch elegant und von der Art war, daß es jede Vertraulichkeit zurückwies. Ein alter Diener in dunkelgrauer Livree mit gelben Aufſchlägen beſorgte ſeine Aufwartung und nannte ihn„gnädiger Herr.“ Er ſelbſt aber hatte nur unter dem einfachen Namen„Engelbrecht Maltmann“ den Miethscontract mit dem Eigenthümer des Hauſes entworfen und den⸗ ſelben eben ſo unterzeichnet.
Herr Engelbrecht Maltmann war ein Mann in ſeinen beſten Jahren, hatte ein ſcharfgezeichnetes, fei⸗ nes Geſicht, lebhafte Augen und eine hohe, von feinen Runzeln überzogene Stirn. Seine Geſtalt erreichte kaum die gewöhnliche Mannesgröße. Da er ſich aber ſehr gerade hielt, ſo überſchätzte man häuſig ſeine Größe und überzeugte ſich erſt bei näherer Betrach⸗
tung, daß er eigentlich als Mann zu klein ſei.
Er lebte einſam und einfach. Eine Bauerfrau war ſeine Köchin und ſeine Wäſcherin, alles Uebrige ſeiner Bedienung wurde vom alten Diener, den er mit franzöſiſcher Ausſprache„George“ rief, mit gro⸗
ßer Geſchicklichkeit und Sorgfalt in's Werk geſetzt.


