Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Er lebte ohne Sorgen und genoß die übrig gebliebenen Freuden des Alters, nachdem er ſeine Jugend vollſtän⸗ dig benutzt hatte, um alle irdiſche Glückſeligkeit kennen zu lernen. Daß er frei von Vorwurf darauf zurückblicken konnte, rechnete er ſich ſelbſt zur größten Ehre an.

Ein Dichter vielleicht Schiller oder Goethe hatte in der Begeiſterung dichteriſchen Entzückens(wahr⸗ ſcheinlich vom gluthweckenden Cypernweine enthuſiasmirt, den der Baron von Hohenſtein mit beſonderer Vorliebe im Keller hegte) dieſe romantiſche Landſchaft als das Idalium der alten Dichter geprieſen und wir benützen dieſen Umſtand um uns aus der Verlegenheit zu helfen, da wir den wirklichen Namen der Ortſchaften zu verſchweigen Urfache haben.

In Idalium fand man im zweiten Jahrzehnt des jetzigen Jahrhunderts außer den eben beſchriebenen

Schlöſſern auf der Höhe auch in dem Dorfe, das ſich im Thale um einen umfangreichen Landſee lagerte, ſehr hübſche, reinlich und wohnlich ausſehende Häuſer, die im Allgemeinen auf einen gewiſſen Wohlſtand der Bevöl⸗ kerung ſchließen ließen. Namentlich trat ein zweiſtöckiges

vortheilhaft hervor. Weiße Vorhänge an den Fenſtern,

ein ſauber angeſtrichenes Gehege um den kleinen Haus⸗ garten, der zur Seite lag, und ein ſpiegelhell geputzter 1*

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