Der Baron maß ſie auf hochfahrende Weiſe.„Sie haben es von jeher geliebt, mein gnädiges Fräulein, mich mit gewiſſen Espieglerien an's Narrenſeil zu ſpannen, allein in Folge dieſer Beſchuldigung muß ich mir denn endlich eine ausreichende Erklärung ausbitten.“
„Wenn Sie dies fordern, bin ich bereit!“ entgeg⸗ nete die junge Dame fröhlich, und faßte mit ihren zar⸗ ten Fingerſpitzen ein Blatt Papier im Käſtchen, das ſie dann mit ſchelmiſcher Grazie, ohne ein Wort weiter hin⸗ zuzufügen, dem Baron entfaltet vor die Augen hielt. Es war ihr Trauſchein. Als Zeugin ihrer Trauung ſtand höchſt leſerlich obenan der Name der Frau von Wall⸗ bott.
Die Beſchämung machte den Baron ſprachlos. Verheirathet? Verheirathet? Verheirathet? Alſo pflicht⸗ gemäß und nicht abenteuerluſtig die Geſellſchaft des Ritt⸗ meiſter Brettow ſuchend?
„Warum dieſe Heirath, die Ihnen viel Gefahr und viel unnöthige Sorge bereiten kann?“ ſprach er dann mit der Haſt, die oft Zeugniß einer gewaltſamen Faſ⸗ ſung gibt.
„Danach müſſen Sie Ihre Tante Wallbott fra⸗ gen!“ referirte Gertrud mit derſelben Laune, wie vorhin. Er warf den Trauſchein ärgerlich auf den Tiſch.
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