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ſtoff zu meinem ſpätern Streben einſog, und ich beginne ſie mit dem Bekenntniſſe, meine Margareth, daß ich, wie jener Weltweiſe gebeut,„das Fleiſch in mir tödtete, um den Geiſt zu retten“!
„Ich habe einſtmals geliebt, grenzenlos, bis zur Raſerei geliebt, und— dann den Mann meiner Liebe verachten gelernt! Ich möchte den Ausdruck Deines Ge⸗ ſichtes belauſchen, wenn ich Dir jetzt geſtehe, daß der Günſtling unſeres Jahrhunderts, der Graf von Gotter, der Liebling aller Fürſten, der Anbeter aller Fürſtinnen, der Gegenſtand meiner heißen Zärtlichkeit geweſen iſt. Graf Gotter, ein Mann aus dem Volke, emporgeſtiegen aus niedern Sphären, mit einer Ikarusverwegenheit ſeine Wachsflügel der Sonne nahebringend— gefeiert, ehe er es verdiente— verwöhnt von allen Menſchen und endlich auf eine Höhe geführt, die er mit Grazie behauptet, und von der er Herrſchergewohnt jetzt hinabſchauet mit dem vollen Bewußtſein, nichts weiter gethan zu haben, als liebenswürdig geweſen zu ſein. Selbſt dem Könige, den ich höher ſtelle als alle Sterbliche der Welt, hat er ſpie⸗ lend ſein Wohlwollen abgerungen, ſelbſt dieſem weiſen Friedrich von Preußen iſt er unentbehrlich geworden.
„Graf Gotter's Bekanntſchaft fiel in eine Zeit, wo die Trauer um meinen verſtorbenen Gatten wich, wo ich mich mit einem Gefühle im weiten Weltenraume allein


