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trachtete ihre Ehrenrettung als das Teſtament, womit ſie von einem Schauplatze abtrat, der ihre Jugend getödtet hatte.
Zuletzt nahm ſie einen Brief zur Hand, den letzten Brief ihrer Tante Wallbott, den ſie erſt vor wenigen Tagen empfangen hatte. Bevor ſie ihn entfaltete, ſtellte ſie ihre Schreibmaterialien zurecht und legte einen Brief⸗ bogen auf ihre Schreibmappe. Sie wollte antworten. Was ſie bis dahin abgehalten hatte, ihre feſten Beſtim⸗ mungen zu treffen, das war erledigt, und mit dem näch⸗ ſten Tage ſtand es ihr frei, Vergeſſenheit in der Entfer⸗ nung zu ſuchen.
„Nach Deinem letzten Briefe, mein theures Kind,“ ſchrieb Frau von Wallbott,„iſt meine Bruſt wieder voll Frieden und Glück. Ich ſehne mich Dich zu küſſen und den Glanz Deiner Augen zu prüfen, um mich zu überzeu⸗ gen, daß der Sturm, den ich heraufbeſchworen, Dich nicht geknickt hat. Sieh, ich ſteige von der Höhe des phantaſti⸗ ſchen Idealismus, dem ich mich mit gläubigem Herzen ge⸗ weiht, nach und nach hernieder in die Regionen des Erdenlebens, und ich fühle mich mit Entzücken in den klei⸗ nen menſchlichen Freuden heimiſch, nachdem ich die Ein⸗ ſamkeit und Kälte der Geiſtesſphären durchkoſtet habe.
„Aber nicht allein dies Geſtändniß bin ich Dir ſchuldig, theures Kind, ſondern auch eine Erwiderung


