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können. Ihre Seelenkräfte waren erſchöpft. Schon längſt war es ihr geweſen, als weheten eiſige Nebel um ſie, die ihr warmes Herz ſtarr zu machen droheten. Jetzt war ſie zu Ende, und ſie hatte mit ihrem harten Kampfe endlich die Gewißheit errungen, daß der Graf ſie hören wolle. Was ihr daraus für Troſt erwachſen könne, das wußte ſie freilich nicht, aber er wollte ſie hören, wenn ſie ihr Inneres erſchließen würde— und ſie wollte reden, ſie wollte ſich ſeinem Urtheile ſtellen! Wozu aber— wozu 2
Langſam bewegte ſie ſich fort, als ſie mit dieſer ſtummen Neigung des Hauptes Abſchied von ihm genom⸗ men, langſam und in troſtloſer Müdigkeit ſchritt ſie hin⸗ weg von ihm, um nun in der Einſamkeit ihres Zimmers zu dem Bewußtſein ihres ewigen Abſchiedes zu kommen.
Graf Levin aber lehnte ſich an den Stamm eines Baumes, ſchlug feſt die Arme über dem Herzen zuſammen und ſchaute ihr nach. Licht und Schatten wechſelten auf ſeinem Antlitze. Er hatte ſtolz das Feld behauptet. Freute er ſich aber ſeines Triumphes? Erſt als die Ge⸗ ſtalt, die ſich nur mühſam fortbewegte, ſeinen Blicken ganz entzogen war, erſt da fuhr er wie in einem furchtbaren Schrecken zuſammen, raffte ſich auf, verließ unverzüglich den Garten, warf ſich auf ſein Pferd und galoppirte davon. Abends aber, im ſtillen lichten Scheine der erſten Mond⸗
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