21
Sie verliere ich dennoch nicht!“ erwiderte Margareth ſanft und traurig.
Graf Levin war erſchüttert von dieſer einfachen Ehrenerklärung, aber erweicht war er nicht.
„Wollen Sie meine Erklärungen hören?“ ſetzte ſie hinzu, und ihre zunehmende Bläſſe ließ ahnen, wie furchtbar ergreifend die ganze Scene ihr geweſen ſein müſſe.„Nicht heute, aber bald?“
„Wenn es für Sie durchaus nöthig iſt, Ihre Her⸗ zensirrthümer zur Kenntniß Anderer zu bringen,“ rief Levin durch Ungeduld erbittert aus,„ſo befehlen Sie über mich, gnädiges Fräulein. Sie könnten füglich die Laſt ſogleich von ſich werfen, dann wären wir fertig mit ein⸗ ander.“
Margareth hob ihr geſenktes Geſicht plötzlich mit einem Ausdrucke empor, der den jungen Mann verwirrte. Was in einer Gebärde nur an ächter, weiblicher Würde liegen konnte, das drückte ſich in ihrem ganzen Weſen überraſchend und überzeugend aus.
„Doch, wie Sie wollen,“ fügte der Graf betroffen von der Hoheit, die von ihrer Stirn ſtrahlte, hinzu. „Morgen Nachmittag um drei Uhr ſtehe ich zu Ihren Dienſten.“
Margareth neigte ſtumm das Haupt. Sie fühlte die Unmöglichkeit noch irgend ein Wort hervorbringen zu


