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Wozu? Ja wozu? Die Frage rüttelte ſie aus ihrer Verwirrung auf, die Levin als eine Verwirrung der Schuld betrachtete, während ſie in der Träumerei der Liebe motivirte. Margareth legte beſinnend die Hand an die Stirn. Eine unſägliche Angſt überſtürzte ſie, wenn ſie daran dachte, daß der Graf ſie jetzt wieder verlaſſen werde, ohne ſie gehört zu haben. Was ſollte ſie aber ſagen? Wie beginnen? Wo waren die Worte in ihrem Ge⸗ dächtniſſe geblieben, die ſie ſo unzählige Male wiederholt hatte?
„Wozu?“ wiederholte ſie mechaniſch,„wozu?“ Ihr flehender, leidenſchaftlich flehender Blick bannte den har⸗ ten Mann an ſeinem Platze, ſonſt hätte er ſie verlaſſen und wäre wohl auf immer aus ihren Augen entſchwun⸗ den. Plötzlich wurde es hell in ihr. Ihre Faſſung kehrte zurück. Sie lächelte lieblich, wie ein unſchuldiges, eben erwachendes Kind.
„Sie ſind grauſam mit mir umgegangen,“ ſprach ſie bebend, aber mit ſchwärmeriſcher Herzlichkeit.
„Doch nicht grauſamer, als Sie mit mir,“ unter⸗ brach er ſie ſchnell und gleichgiltig.
„Vielleicht doch,“ meinte ſie ganz leiſe.„Aber ich will mich demüthigen, gern demüthigen, wenn Sie nur den fürchterlichen Bann der Verachtung von mir nehmen wollen. Ich verdiene ihn nicht, Graf Levin, wahrhaftig,


