Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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ſie an der Seite des Grafen ganz unbewußt einer himm⸗ liſchen Zukunft entgegen gelebt hatte. Sie erinnerte ſich des Tages, wo er ſie mit Bitten beſtürmt hatte, den Tag ihrer Verbindung zu beſchleunigen. Damals wie jetzt ſtand tief und glühend die Sonne am Horizonte und ſtreute helle Lichter in die grünen, ſanft rauſchenden Bäume und Sträucher; damals wie jetzt wehten laue Herbſtlüftchen um ihre heißen Wangen und kühlten die Gluth ihrer Augen.

Sie wollte dieſen Erinnerungen entfliehen. Raſch eilte ſie die dunkeln Laubgänge hinauf, die ſich bis zum Tdrümmerhaufen der Abtei hinzogen, von der einen Seite beſchränkt durch die Mauer, von der andern Seite oft⸗ mals mit Seitenpfaden in Verbindung, die einen Ueber⸗ blick der ſchönen, waldbewachſenen Hügel geſtatteten, auf denen das warme Colorit des Abendglanzes lag. Roſige Wölkchen ſchwammen am klaren Abendhimmel und der ſüße Duft der Reſeda erfüllte den tiefer liegenden Gar⸗ ten, der vom Sonnenſcheine noch ganz durchleuchtet war. Von den Kloſterruinen herab tönte das Läuten der wei⸗ denden Heerden und ganz in der Ferne erklangen die Trompeten der Krieger, die friedliche Märſche blieſen.

Margareth durchrieſelte eine Fluth von Sehnſucht nach dem unerreichbaren Glücke, das der Hohn des Geſchickes in dem Momente von ihrem Herzen entfernt