Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Gertrud ſchmiegte ſich kindlich an den alten zürnen⸗

den Mann.Sei nicht böſe, bat ſie zaghaft.Ich habe ja nur gebeten, den armen Menzel frei zu machen, und das konnte die preußiſche Majeſtät ſehr gut, wenn ſie nur gewollt hätte.

Nein, mein gutes Kind, das kann der König nicht, ohne einen häßlichen Flecken auf ſich zu werfen. Er hat die betreffenden Papiere ſogleich in ſeinen Beſitz gebracht und damit ſo zu ſagen den Geheimſecretair zu exculpiren geſucht. Nun muß er aber der Gerechtigkeit freien Lauf laſſen. Menzel hat gegen ſein Vaterland geſündigt, alſo muß ſein Vaterland Richter ſeiner Handlungen bleiben!

Ach, wäreſt Du doch zu Haus geblieben, ſeufzte das Fräulein,ſo würde mir eine große Demüthigung erſpart ſein!

Es trat eine lange Pauſe ein, die der Domherr damit ausfüllte, daß er ärgerlich mit den Fingern ſchnippte.

Mache Dich fertig, ſprach er dann mit mürri⸗ ſchem Tone.Wir wollen fort!

Gertrud ſah ihm in's ernſt gefaltete Geſicht und ſchlang ihre Arme um ſeinen Nacken.

Iſt denn meine Dummheit gar zu entſetzlich gewe⸗ ſen? fragte ſie und ihre Augen ſtanden voll Thränen.

Ja, entſetzlich groß, mein Kind! verſicherte der Dom⸗ herr grollend.Denke, was der Feldmarſchall ſagen wird? 1860. XIV. Gertrud. III. 14