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„O, was der ſagt, iſt mir egal!“ meinte Gertrud. „Aber Du ſollſt mir nicht böſe ſein!“
Der Domherr lächelte ein klein wenig.„Schmeich⸗ lerin! Du findeſt immer Deinen Weg zum Herzen der Menſchen wieder, auch wenn man Dich ſchelten will. Es i*ſt einmal geſchehen und nicht zu ändern, alſo laß die Sache ſchlafen gehen.“
„Weißt Du, Einer hat mich getadelt!“ flüſterte ſie ſchnell getröſtet in ſein Ohr.
„Nun und der wäre?“ fragte der alte Herr geſpannt.
Gertrud antwortete nicht, ſondern horchte nach dem Ausgange, wo ein Geräuſch von klirrenden Säbeln hör⸗ bar wurde. Ein Todesſchrecken machte ſie bleich. Sie ſah ſich verhaftet und nach Kriegsgebrauch fortgeſchleppt. Convulſiviſch umklammerte ſie ihren alten Onkel— be⸗ bend am ganzen Leibe richtete ſie ihr Auge ſtarr auf die
Thür, die ſich jetzt öffnete, um den Diener des Marſchalls ſichtbar werden zu laſſen. Gleichzeitig aber ſah Gertrud die hohe ſchöne Geſtalt eines Küraſſieroffiziers und ſprang mit dem Freudenrufe:„Dieſer, dieſer tadelte mich nicht, beſter Onkel— dieſer ſah mich verſöhnlich und mild an!“ dem eintretenden Wolf bis zum Eingange entgegen. Mit einer lieblichen Zärtlichkeit in Blick und Ge⸗ bärde führte ſie den jungen Mann bis dicht vor den Dom⸗ herrn hin.„Danke ihm, lieber Ohm, danke ihm, denn
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