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Gertrud fuhr erſchrocken auf.„Wie? Iſt der Ba⸗ ron wieder hier?“
„Muß doch wohl hier ſein, da er eben mit mir ge⸗ ſprochen hat,“ meinte der Domherr.„Wo war er denn ſonſt?“
„A—h! Der iſt zu rechter Zeit hier angelangt!“ rief das Fräulein.„Jetzt weiß ich auch, wem ich das anonime Brieſchen vom unglücklichen Menzel verdanke.“
„Der Baron ſcheint unſere Abſicht„den Oberſt heimzuholen“ zu kennen, denn er ſprach davon, daß„nach dem Zerſchlagen der Hoffnung“ es beſſer für uns ſei, ſogleich die Reſidenz zu verlaſſen, weil wir weder Schutz von Sachſen, noch Berückſichtigung von Preußen zu er⸗ warten hätten. Er ſchien uns deshalb einen Beſuch zu⸗ gedacht zu haben.“
„Nein, mein guter Onkel, das hängt anders zuſam⸗ men,“ rief Gertrud entſchloſſen, und erzählte mit erſchö⸗ pfender Offenherzigkeit die Scenen, welche während der Abweſenheit des Domherrn abgeſpielt worden waren.
„Aber Kind, Kind, welche Betiſe!“ rief der alte Herr beſtürzt.„Ja, da hat der Baron Lottum Recht, wenn er uns räth das Weite zu ſuchen. Wahrhaftig, etwas Abſurderes hätteſt Du doch gar nicht erdenken können, als dem Könige von Preußen Vorhaltungen zu machen! Allgütiger, wo hatteſt Du denn Dein bischen Verſtand gelaſſen?“


