Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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ſen Menſchenknäuel zu kommen, der ſich dicht um ſie ſchaarte. Halb bewußtlos und ganz rathlos ſtand ſie da. Plötzlich theilte ſich die Menge. Ein ſchönes Geſicht ragte über die Köpfe der Neugierigen hinweg, die ihr faſt den Weg vertraten, eine ernſte Stimme bat um Platz, und ehe ſie noch vollends zum Bewußtſein ihrer entſetzlich demüthigenden Lage kam, ſah ſie Junker Wolf von Brettow vor ſich ſtehen, der ihr mit feiner ritterlicher Artigkeit den Arm bot, um ſie, trotz des mißbilligenden Murrens, durch das Gedränge hindurch zu geleiten. Sie klammerte ſich feſt an den Arm an, der ſich ihr zur Stütze bot. Aber ihr Gefühl glich dem einer Seligen, als ſie endlich im Corridore angelangt, ihre Augen zu ihrem Ritter erhob und ſie ſeine Blicke mit wahrhaft glü⸗ hender Zärtläphkeit auf ſich geheftet fand.

Arme, theure Gertrud, wohin brachte Sie die Güte Ihres Herzens! flüſterte er weich.

O Wolf, das iſt eine harte Lehre, ſprach ſie mit gebrochener Stimme, indem ſie ſchaudernd zurückblickte. Welch' ein fürchterlicher Mann iſt Ihr König!

Nein, theure Gertrud, ſagen Sie das nicht! flüſterte er eilig.Man braucht Verräther, leider, man hält ſich aber mit den Verräthern nie im Verbande, wenn ſie unnöthig geworden ſind. Das iſt der Welten Lauf! Verurtheilen Sie meinen König nicht. Es wäre unklug,