Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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für ihn, ſo lange es noch in den Händen Ew. Majeſtät liegt, ihn befreien zu laſſen.

Kann nicht dienen, Mademoiſell! entgegnete der König kurz.

Majeſtät, rief Gertrud flehend.Ein Befehl von Ew. Majeſtät genügt, um den Unglücklichen aus dem Kerker führen zu laſſen. Sein Leben iſt verwirkt, ſein Blut wird die Schuld bezahlen, die er gegen mein Vater⸗ land auf ſich geladen. Er erwartet als Dank für ſeine Dienſte den Schutz Eurer Majeſtät!

Der König ſtampfte herriſch mit dem Fuße auf, ließ eine volle Minute ſein Auge niederſchmetternd auf dem Fräulein ruhen und rief dann laut:

Bringe Er die Mademoiſell zur Ruhe, Winter⸗ feld! Fort mit ihr!

Der General Winterfeld machte eine bedauernde Miene gegen die junge unvorſichtige Dame, öffnete aber mit einer leichten Verneigung die Thür und deutete damit an, daß ſie ſich ohne Weiteres zu entfernen habe.

Wer malt Gertrud's Empfindungen bei dieſem unerwarteten Ausgange ihrer menſchenfreundlichen Miſ⸗ ſion? Mechaniſch trugen ihre Füße ſie über die Schwelle. Die Thür wurde eilig hinter ihr geſchloſſen. Dann aber ſtand ſie wankend, muthlos, darnieder geſchmettert mit ihren hoch⸗ und übermüthigen Hoffnungen in dem Vor⸗ zimmer, nicht fähig einen Fuß zu bewegen, um durch die⸗