Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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hörbar.Um Gotteswillen! Welche Kühnheit! Gott gnade ihr!

Der König hob ſein Geſicht, das ſich bedeutend verfinſterte, ſchnell zu dem Fräulein auf und blickte ſie mit ſeinen notoriſch erſchreckend ſcharfen Augen eine Weile ſtarr an. Wäre er nicht zu verdrießlich geweſen, ſo würde er wahrſcheinlich über dieſe merkwürdige, poſſierliche Nai⸗ vität gelacht haben. Aber ſo zog er nur ſeine Stirn in tauſend kleine Falten und verwiſchte augenblicklich das Erſtaunen Gertrud's wieder, das ſich ihrer wie ein Schreck bemächtigt hatte, als ſie das feine, noch jugend⸗ lich ſchöne Geſicht des Königs plötzlich vor ſich ſah. Er war mit dieſen entſtellenden Falten ſogleich wieder ein alter Mann.

Was meint die Mademoiſell? fragte er kurz und barſch.

Ich flehe um Schutz für den Geheimſecretair Menzel! entgegnete Gertrud feſt.

Winterfeld hob warnend die Hand, die Uebrigen zogen ſich wie erſchrocken etwas zurück.

Was geht mich der Mann an? Ich bin ſein Rich⸗ ter nicht! Gehe die Mademoiſell zu ſeinen Richtern!

Majeſtät, rief Gertrud belebt,die Verſuchung kam von Preußen, den Vortheil wird Preußen haben Preußen muß ihm Schutz gewähren. Ich flehe um Gnade