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Gertrud gab keine Antwort. Die Beſtürzung über eine ſolche entwürdigende Behandlung raubte ihr zuerſt alle Beſinnung, um ihr aber dann mit dem hellauflodern⸗ den Aerger zugleich auch Muth einzuflößen. 3
Als kein Wort über ihre Lippen ging, ſprach der König im haſtigen Tone:„Mache Er die Sache ab, Win⸗ terfeld,“ und ſchrieb weiter.
Leutſelig und freundlich trat nun der General auf das Fräulein zu und fragte ziemlich artig,„wer ſie ſei und was ſie vom Könige wolle?“
Zornſprühend nannte ſich die junge Dame und bat in einer ſo beſtimmten, ſtolzen Art um gnädiges Gehör, daß ſich die Offiziere im Zimmer ein wenig aus der reſpectvoll ſteifen Haltung, wozu ſie die Anweſenheit des Königs zwang, aufrüttelten und mit Intereſſe der kühnen jungen Dame Blicke zuwarfen.
„Mademoiſell mag ſprechen,“ erwiderte der König auf ihre Antwort.„Ich höre ſchon!“
Gertrud trat furchtlos näher.„Majeſtät, ich ſtehe hier im Namen eines unglücklichen Landsmannes,“ begann ſie geſammelter, als man ihr hätte zutrauen können. „Ueben Sie einen Act der Gerechtigkeit und befreien Sie den Mann, welchem Sie die Correſpondenzen der alliirten Staaten verdanken, aus dem Kerker, in den er durch ſeine Landesverrätherei geſtürzt iſt.“
Ein leiſes Murmeln im Kreiſe der Offiziere wurde


