Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

206

wenn ihn nicht eine geheime Schadenfreude angetrieben, das Mündel des Feldmarſchall von Spärkan, Beſitzerin zweier Güter in Sachſen, ihrem Schickſale zu überant⸗ worten, welches eine tüchtige Demüthigung für ſie bereit halten konnte.

Er ging alſo muthig ſeinen Weg voraus, um die Audienz beim Könige einzuleiten.

Als Gertrud in ihrer reichverzierten, mit Wappen aller Art gekrönten Sänfte am Palais anlangte, empfing er ſie mit triumphirendem Geſichte und der Manier eines

Mannes, der große Maßregeln ausgeführt hat. Sein Mienenſpiel verrieth in jedem Zuge eine Freudigkeit ſon⸗ derbarer Art, die im Stande geweſen wäre, einem weniger ſorgloſen Herzen Bedenken einzuflößen.

Majeſtät erwartet Sie, ſchöne Phillis! flüſterte er vertraulich in ihr Ohr, indem er ſie die Stufen hin⸗ aufleitete.Sie finden ihn im Salon rechts, kehren Sie ſich nicht an die Gaffer im Vorzimmer. Sie müſſen aber kurz und bündig reden, denn Majeſtät hat mir antworten laſſen:Wenn's durchaus wichtig wäre und nicht lange dauere, ſo könnten Sie eintreten! Alſo fir an's Werk. Ich verziehe mich aber. Es wird ſich ſchon eine mitleidige Seele unter denen, die im Vorzimmer ſind, finden, welche Sie an Ihrefeldmarſchalliche Sänfte führt.

Er ſtand ſtill, deutete auf die Thür, die ein Ordo⸗