Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Geheimſecretairs Menzel Genüge zu leiſten, weil ſie im innerſten Herzen fühlte, daß er Recht hatte, ihr unbedacht⸗ ſames Wort für den Funken zu erklären, der eine Feuers⸗ brunſt über ihn hereinbrechen ließ. Wovon er dies erfah⸗ ren haben konnte, danach fragte ſie nicht. Ihr ganzes Weſen flammte in dem Wunſche auf, ihm helfen zu können, und ſie glaubte zuverſichtlich, es bedürfe nur einer rich⸗ tigen Erinnerung, um den König von Preußen willfährig zu Allem zu machen. Daß ſie ſich, als Sachſin, berufen fühlte, eine Fürſprecherin des Landesverräthers abzugeben, mußte ja, nach ihren kindhaften Begriffen, bedeutend in die Wagſchale fallen und den Erfolg ſichern.

Unter dieſen hoffnungsreichen, mit allerhand koketten Ausſchmückungen verſehenen Gedanken warf ſie ſich in Staat, während der Oberſtwachtmeiſter ſich am Früh⸗ ſtücke ganz gehörig gütlich that, im Stillen den Einfall des Fräuleins verwünſchend, der ihn in Regionen brachte, die er ſeit einigen fatalen Conflicten zu vermei⸗ den ſuchte.

Er hielt das für einen tollkühnen Streich, was Gertrud in einer Art Ueberſpanntheit für Pflicht erkannte, und nach ſeiner Meinung war es der Höhepunkt aller Selbſtüberſchätzungen, daß ſich ein junges Dämchen für fähig hielt, auf den Willen eines Königs zu influiren. Vielleicht hätte er ſich ihrem Vorhaben ernſter widerſetzt,