Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

204

das Fräulein,und während der Zeit werfe ich mich in Gala, ſo viel ich kann.

Iſt nicht nöthig, ſchöne Daphne. Der König ver⸗ ſteht davon nicht einen Pfifferling. Dem ſind Sie in Gala ſo gleichgiltig, wie in der Hauscontouſche. Er macht ſich nichts aus Frauenröcken!

Gertrud ſtand ſchon auf der Schwelle. Lächelnd wendete ſie ſich um:Iſt der König ſchon alt? fragte ſie muthwillig.

Nun ſo ſo. Nicht ſo alt, wie ich.

AHäßlich? Eben nicht häßlicher, als Ihr Anbeter, der Graf Brettow!

Gertrud wurde roth und eilte hinaus, während der Oberſtwachtmeiſter wieder lachte, daß die Fenſter klirrten.

Die junge Dame folgte mit dem Eigenwillen, der ſie charakteriſirte, ihrer Eingebung, ohne die Wirkungen ihrer Entſchloſſenheit gehörig zu prüfen. Sie wurde ſtets erſt durch Schaden klug gemacht, und wenn ſie in ihrer gegenwärtigen Lage mit einer Art Gewiſſenhaftig⸗ keit zu Werke zu gehen ſich einbildete, ſo hielt ſie dies doch nicht ab, der Einwirkung ihrer äußern Erſcheinung ſehr viel Gewicht beizulegen.

Sie erkannte es für eine Pflicht, den Bitten des