26
er die Aufmerkſamteit der Behörden darauf lenkte. Er fühlte die erſten Conflicte einer nachbarlichen Union, die, von der Ausgleichung eines langjährigen Friedens her⸗ beigeführt, zwar nicht durch Verträge geſchloſſen, wohl aber durch gewiſſe Rechte der Menſchlichkeit geheiligt worden war. Bedächtig erwog er deshalb ſeine Worte, ehe er ſie von ſeinen Lippen ſchlüpfen ließ, und ſchwieg dann in der feſten Ueberzeugung recht zu handeln.
Gertrud erleichterte ihm ſeinen Vorſatz, indem ſie ſich theilnehmend nach der Familie des Baron Biska erkundigte und ihre Bereitwilligkeit zu erkennen gab, mit dem Domherrn zurückzukehren, um dem Tauffeſte bei⸗ zuwohnen.
Der Feldmarſchall verſagte aber ganz entſchieden ſeine Erlaubniß zur Abreiſe ſeines Mündels, ohne ſich herabzulaſſen, die Gründe dafür anzugeben. Zuerſt wen⸗ dete das Fräulein alle Waffen der Beredſamkeit und Bitten an, um dieſe Weigerung umzuſtoßen, dann aber ſchien eine gewiſſe Zufriedenheit in ſie einzukehren und ſie zeigte ſich bereit den Befehlen Sr. Excellenz zu folgen.
Am Morgen des nächſten Tages zog die alte Chaiſe auf demſelben Wege wieder heimwärts. Unverrichteter Sache kehrte der Domherr nach Wilsberg zurück, aber ein leichter Mißmuth ſchattete ſeine Mienen, wenn er an ſeine Vorbereitungen zu dem Tauffeſte eines Mannes


