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Jetzt war es nicht mehr nöthig, daß Fauſtine Haſſe Ruhe gebot. Wie bezaubert hingen Aller Ohren an dem Ge⸗ ſange, und hingeriſſen von Bewunderung brach der Bei⸗ fall wie ein Jubel aus, als ſie endete. Die kleine Sän⸗ gerin ſtand aber lächelnd und ſorglos unter dem Brauſen der Acclamation. Ihr ahnte in dieſem Momente viel⸗ leicht, daß ſie einer herrlichen Zukunft voll Ruhm ent⸗ gegen gehe.
Als ſie ihre Kinderaugen dankend über die Menge fortgleiten ließ, flog ein feines Lorbeerkränzehen, glücklich gezielt, gerade auf ihren Kopf. Es kam von der liebens⸗ würdigen Prima Donna des Theaters, Fauſtine Haſſe hatte den erſten Tribut des beginnenden Ruhmes auf ihre jugendliche Stirn gelegt. Ein Vivat krönte dieſe That.*)
Von dieſem Tumulte waren gewiß alle Anweſenden ergriffen, nur zwei Menſchen nicht. Was galt der Unge⸗ duld und Sehnſucht des Fräuleins von Spärkan der Er⸗ folg einer kleinen Sängerin? Was für Intereſſe bot der Triumph der Kunſt einem entſagungsbereiten Herzen, wie Junker Wolf in ſeinem Winkel verbarg?
Beide ſtanden unberührt, kaltſinnig, zerſtreut zwi⸗ ſchen den luſtigtobenden, enthuſiasmirten Menſchen. Beide
fühlten nicht die geringſte Sympathie für ein Kunſtſtre⸗
ben, das ihrem Seelenzuſtande fremd bleiben mußte, weil
*) Nach einem Briefe.


