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denheit und war geneigt in exaltirten Huldigungen die allgemeine Meinung darzuthun. Ein aufſtrebendes Licht ſollte ihnen die Sonne ihres Kunſtlebens nicht verdrän⸗ gen. Aber die hohe Künſtlerin beherrſchte mit einem ein⸗ zigen mißbilligenden Blicke die erſten Laute, die ihrem Ruhme galten, und deutete ernſt auf die Bühne, deren Vorhang ſich jetzt hob.
Man achtete den Wink und ſtörte die Vorſtellung nicht, bis„Trudlischen Schmehling“ erſchien. Da lief ein leiſes Lachen durch die weiten Räume.„Das Kind! das Kind!“
Aller Blicke richteten ſich wieder auf ihre Prima Donna, die in majeſtätiſcher Haltung und trotz ihrer längſt verblichenen Iugendblüthe doch ſchön und erhaben da ſaß, bereit den Platz zu räumen, den aufblühende Talente einzunehmen trachteten.
Fauſtine Haſſe aber rief leiſe und dennoch hörbar durch die Hallen bis in den fernſten Winkel:„Ruhe!“
Keine Lippe regte ſich mehr und Trudlischen ſetzte ihren erſten Ton ein.
Nicht ein Athemzug wurde aber hörbar, als das Kind mit einer bewunderungswürdigen Leichtigkeit, mit einer erſtaunenswerthen Kraft und Fülle die erſte Cadenz nach den Worten„0 Piramo— mio caro“ einſetzte und gleichmäßig ſtark eine chromatiſche Tonleiter vom geſtrichenen A bis zum dreigeſtrichenen E hören ließ.


