Se. Excellenz ſtörte ſie endlich in ihrer troſtloſen Beſchäftigung.
Er brachte ihr die Nachricht, daß der junge Graf Alois von Brühl die Aufmerkſamkeit gehabt habe, ihnen die Loge ſeines hochgräflichen Herrn Vaters anzubieten, da ſeine Familie keinen Gebrauch davon zu machen gedenke.
„Der junge Graf zeigt ſich ſehr bemüht,“ fügte der alte Herr mit einem bedeutſamen Lächeln hinzu;„er ſorgt ſogar in ſeiner Abweſenheit für Dich, mein Kind.“ „Wenn nicht der Baron dahinter ſteckt,“ meinte
Gertrud gleichgiltig. Ihr war der Graf Alois, trotz ſei⸗
ner Charge als Generalfeldzeugmeiſter Sr. Majeſtät des Königs von Polen und Churfürſten von Sachſen, doch noch eine gar zu unmännliche Perſönlichkeit.
„Das iſt auch möglich,“ entgegnete Se. Excellenz ſehr eilig, denn nach dieſer Gegend wollte er verſuchs⸗ weiſe ſteuern, war aber für dergleichen gewagte Fahrten ein etwas ungeſchickter Pilot, da er des Elementes nicht recht Herr zu werden vermochte. Gertrud merkte etwas. Sie drückte ſich feſter in ihren Thronſ eſſel und faßte Vorſätze.
„Der junge Graf liebt den Baron und geſtattet ihm bedeutenden Einfluß,“ begann er wieder.
„Ja, ſo lange er ihn braucht,“ antwortete Gertrud lakoniſch.
„Möglich! Wenn der Baron klug iſt, ſo ſetzt er ſich in den Stand, den Grafen mit ſeinem Einfluße ent⸗


