Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Der Mittag rückte mittlerweile heran, wo der Ba⸗ ron Alexander zur Tafel erſcheinen ſollte, aber der Junker kam nicht und ging auch nicht vor den Fenſtern Gertrud's vorüber. Beides wurde mit philoſophiſcher Ruhe von dieſer betrachtet. Dem Erſten konnte ſie füglich nicht ent⸗ gehen und das Letztere nicht erzwingen.,

Sie zeigte ſich bei der Begrüßung des eintretenden Barons beſſer gelaunt, als Tags zuvor, wodurch ſie befähigt wurde einer ſichtbaren Verwirrung deſſelben abzuhelfen.

Es traten bald darauf noch einige Herren und Da⸗ men ein. Man verfügte ſich ganz familiär zu Tiſche, wo Gertrud mit allerliebſter Gravität die Wirthin machte.

Se. Excellenz hatte einen guten Tag, und wenn er den hatte, ſo konnte nicht leicht ein Menſch angenehmer ſein, als er. Der Baron ſpielte die Rolle eines ſanften, ruhigen und aufmerkſamen Geſellſchafters, nachdem er bei ſeinem Empfange von der geſelligen und formenvollen Haltung des Fräuleins beſchämt worden war. Gertrud überließ ſich wie ſonſt einem augenblicklichen Muthwillen, hielt ſich aber mehr zu den ältern Damen, um gegen ver⸗ rätheriſche Blicke geſchützt zu ſein, die ſie ſtrafend zu rügen nicht das Recht hatte.

Der Baron ertrug ihre veränderte Stimmung wie ein großer Geiſt. Er fühlte einen lebhaften Schmerz, veerbarg ihn jedoch ſo gewiſſenhaft, daß noch nicht einmal