Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Soll das eine Strafpredigt ſein? warf Gertrud ein und neigte ſich ſchelmiſch tief nieder, um von unten auf in Elvirens Augen zu ſehen, die dieſe feſt nieder⸗

geſchlagen hielt.

Du kennſt Deine Macht, fuhr Elvire trotz des

kindlich reizenden Manövers fort.Aber ich will den

letzten paſſenden Augenblick benutzen, um Dir zu beken⸗ nen, daß mich bisweilen ein fürchtendes Bangen über⸗ ſchleicht, wenn ich den Ausbrüchen Deines zornigen

Trotzes zuſehen muß!

Es iſt ja ſo ſchlimm nicht, ſprach Fräulein Ger⸗ trud mit weichem, bittenden Tone.

Elbvire zog die Lippen feſter zuſammen und wendete die Augen noch mehr von ihr ab, um zu verbergen, daß ſie von dieſem Accente ſchon gänzlich bezwungen war.

Es iſt vielleicht jetzt noch nicht ſchlimm, aber es wird ſchlimm werden und Dich einſt unglücklich machen! rief ſie dabei eifrigen Tones.

Mich ſoll es im Leben nicht unglücklich machen, brach das Dämchen muthwillig aus.Und Andere macht es gewiß auch nicht elend! Goldenes Elvirchen, es iſt ja Dein Ernſt nicht; bekenne es doch nur, Du liebſt mich mit allem meinem Trotze, goldenes, reizendes Elvirchen,

Du liebſt mich ja dennoch! Sie warf ſich, wie ſie immer

bei Bitten und Verſöhnungsverſuchen zu thun pflegte, ſtraff