Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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hinterliſtig ihre Contracte bricht, und dannWehe ihr, wenn ſie nicht rachebegierigWehe Dir, Du Räu⸗ ber! rufen kann. Maria Thereſia ſpielt vermeſſen mit dem Glücke und Wohlergehen ihres Volkes bei einem erneueten Kriege. Hat ſie nicht genug der Ver⸗ wüſtung und des Gräuels gehabt? Geht Friedrich's Stern unter, ſo iſt ihm freilich Recht geſchehen, aber ob er nicht glänzender durch den Kriegesgraus hervor⸗ leuchtet, als jemals, ſteht doch in Frage. Das Schick⸗ ſal weiß oft nichts von Wiedererſtattung, wenn es größere Zwecke erreichen will, und mir ahnet etwas von einer intenſiven Kraft des geſammten Volkes, das unter dem Preußenkönige ſteht! Die Zeit wird uns darüber belehren.

Bevor ich meinen Brief an Sie ſchließe, mein theurer Freund, ſchweife ich nochmals zu meiner Nichte Margareth zurück, um Sie darauf vorzubereiten, daß Sie in ihr das ſchönſte Mädchen im deutſchen Typus kennen lernen werden. Der Eindruck, den ſie macht, iſt wunderbar. Man fühlt ſich zu einer Huldigung hin⸗ geriſſen, weil man in ihr die Verkörperung der höchſten Reinheit, Jungfräulichkeit und Zartheit bewundern muß. Sie gleicht in ihrer ſüßen Schüchternheit der weißen Taube, vor derem fleckenloſen Gefieder jede unreine Hand zurückbebt, und die tiefe, wunderſchöne Bläue