206
Tagesordnung iſt, allein deſſenungeachtet wollen wir nicht erlahmen, ſondern dem mächtigen Unterſchiede einer Seelenzärtlichkeit und einer Leidenſchaft voll phy⸗ ſiſcher Stoffe ſo lange mit Wort und That zur Seite ſtehen, bis ein allgemeiner Durchbruch unſerer An⸗ ſichten erfolgt iſt. Gehen wir aber nun zu andern Ge⸗ genſtänden über.
„Sie gaben mir Ihren Widerwillen, zum Könige von Preußen zurückzukehren, in Gotha deutlich zu erken⸗ nen, und ich wandte vergeblich meine Beredſamkeit auf, um Sie milder für einen Mann zu ſtimmen, der ſich das Verdienſt erworben hatte, unſer deutſches Vaterland mit Ihrem Aufenthalte daſelbſt zu beglücken. Ich kann mir nicht recht denken, daß es wirklich zwiſchen zwei Männern, wie Sie und der König Friedrich, die ich Beide einander für würdig halte, zu einem unheilbaren Bruche kommen könnte, obwohl Sie mir alle Gründe dafür mit geiſtreichen Selbſtverſpottungen darthaten. Schon die Weiſe, wie Ihnen der König die Inſignien ſeiner Gunſt, die Sie ihm allerdings zu voreilig zurückgegeben hatten, wieder zuſchickte, läßt mich hoffen, daß er Ihren Verluſt nicht gleichgiltig ertragen wird. Seine Bemühungen, den kleinen Zwieſpalt durch Gunſtbezeugungen zu heilen, werden von Ihnen nicht immer mit gleicher Satyre zurückgewieſen werden, ſo haben Sie mir verſprochen, und


