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welche auf dem vergänglichem Boden rein irdiſcher Beſtandtheile emporwächſt, gleicht einer Blume, welche durch ihr prächtiges Colorit das Auge blendet, indeſſen ſie bei näherer Betrachtung durch ihren widerlichen Geruch zurückſtößt. Dieſe Liebe muß durch unſere innere Kraft vernichtet werden. Sie iſt nichts, als eine maskirte Sinnlichkeit, die mit ſcheinheiliger Andacht dem Herzen Altäre baut und in ihrer glühenden Anbetung die Mora⸗ lität im Menſchen verſchlingt.
„Das Herz zuckt freilich krampfhaft und ſchmerzlich zuſammen, wenn ſeinem unheiligen Pochen Stillſtand geboten wird, wenn es die Süßigkeit ſeiner Freuden verläugnen ſoll, wenn es das betrügliche Glück gegen ſichere und reinere Seligkeit eintauſchen muß; aber es wird, es ſoll, es muß ſein, und das ſchwache Weib hat die Verpflichtung, ſich zuerſt geiſtig zu verklären, um den ſtarken Mann zur Anbetung zu beugen. Je mehr das Herz in uns regiert, deſto ſicherer erſchlaffen wir in unſerer Pflicht und verfallen dem täuſchenden Phantom von Glück, das hier auf Erden den Menſchen zu äffen ſucht. Wir werden uns zwar häufig genöthigt ſehen den mora⸗ liſchen Purismus, zumal in unſerm eben ſo luxuriöſen als gewitterreichen Jahrhundert, aus unſerm ſublu⸗ nariſchen Dunſtkreis in das eigentliche Himmelreich zu verweiſen, wo die Herrſchergewalt der Seele an der


