den, der vernichtet iſt und doch leben muß!— Mama, Sie müſſen Margareth für ihn retten!“
„Kleine! Kleine!“ rief Frau von Pröhl erſchrocken und ſchlug ihre Arme um den Nacken des aufgeregten Mädchens.„Für ihn retten, wenn er ſie gänzlich auf⸗ gegeben hat? Wie wäre das zu machen?“
„Er kann ſie nicht aufgeben, oder er wird und muß ſterben!— Margareth liebt ihn ebenfalls, aber wenn ſie mit Frau von Wallbott reiſen muß, was ich als ganz feſt beſtimmt annehme, ohne daß es mir Jemand geſagt hat— ſo geht ſie unſäglichen Qualen entgegen und opfert zuletzt ihre Neigung den eingepfropften Ueberzeu⸗ gungen dieſer Tante Wallbott. Sie muß aber für den 3 Grafen Levin gerettet werden. Er muß eines Tages ein⸗ ſehen, daß ihr Herz nicht muthig genug geweſen iſt, ſich zu decouvriren, daß es aber nur für ihn ſchlägt.“ 3
Mit einem Lächeln, worin aber etwas wie Achtung lag, tätſchelte die Dame ihr Pflegekind und entgegnete neckend:„Was Du eifrig biſt, Kind! Aber— blinder Eifer ſchadet nur,“ recitirte ſie, ſehr zur unrechten Zeit an den treuloſen Gellert erinnernd.
Es malte ſich auch ſogleich ein Abſcheu ohne Glei⸗ chen auf dem ganzen Antlitze des Fräuleins, und ſie rief: „O— der! der! Ich liebe und achte ihn nicht mehr!


