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Ich haſſe ihn! Ich verachte ihn! Er kann ſchöne Verſe machen voll herrlicher Lehre, aber Redensarten! Mama, Redensarten! ch werde ihn nie wieder eines Blickes würdigen! Solche Männer müſſen mit Verachtung ge⸗ ſtraft werden! Sein ganzes Daſein iſt nichts als Re⸗ densarten, die er Moral und Weisheit nennt!“
Frau von Pröhl glaubte, ihr Pflegling habe den Verſtand verloren.„Meinſt Du denn unſern Profeſſor Gellert? Gilt ihm Deine Philippica?“ fragte ſie.
„Ja, ja! Ihm, deſſen Namen i gar nicht mehr denken kann ohne Schauder! Statt daß er mir beiſtehen ſoll, macht er ſich feige aus dem Staube! Du weißt es noch gar nicht? Er iſt abgereiſt— heimlich, wie ein armer Sünder, wie ein feiger Krieger, der ſich hinter die Kanonen zieht, wenn das erſte Pulver von der Pfanne blitzt!“
Frau von Pröhl griff ſich prüfend über die Stirn und ſah nach der Pündale, die über dem Kamine hing.
„Träume ich noch oder hab' ich ein Jahrhundert geſchlafen, daß ſich die Welt unterdeß aus ihren An⸗ geln heben konnte?“ fragte ſie halb ernſt, halb ſcher⸗ zend.„Gellert iſt abgereiſt? Lügſt Du auch nicht, ma fillette?“
„Fragen Sie doch nach, Mama! Fragen Sie doch!“ ſchmollte die junge Dame.„Er iſt fort— iſt mit


