Vetter, Junker Wolf! Er iſt unſer Hausgenoſſe ſeit längerer Zeit und wird auch das Schloß ſo bald nicht verlaſſen.“
„Junker Wolf?“ fragte Frau von Pröhl, indem ſie das Wort„Junker“ ſtark betonte.
„Levin's Großvater wurde in den Grafenſtand erho⸗ ben, als er ſich mit einer fürſtlichen Dame vermählte. Die andern Linien der Brettow's ſind Freiherren,“ erklärte Margareth.
In dieſem Augenblicke öffnete ſich die Thür des Salons, wo das Frühſtück eingenommen werden ſollte, und Fräulein Gertrud flog, wie ein Schmetterling, der gehaſcht zu werden fürchtet, heraus, gerade der Treppe zu. Ein Kavalier von auffallend ſchönem Aeußern folgte ihr, einen Myrthenzweig in der Rechten, den er augen⸗ ſcheinlich zu leichtſinnigen Zwecken hoch emporhielt.
„Nur eine Minute— nur eine Secunde, Fräulein Gertrud!“ rief er dabei ſchmeichelnd.
„Nein, nicht eine halbe Secunde,“ entſchied das junge Mädchen fliehend.
„Ich möchte nur ſehen, wie Ihnen ein Myrthen⸗ kranz kleiden würde, gnädiges Fräulein,“ bat er weiter, und wurde nun erſt der Damen anſichtig, die voller Erſtaunen die kleine Scene belauſchten.
Sogleich beſonnen, wenn auch noch das verklärende


