Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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und wurde zuletzt dem Oberſten ſo nothwendig, wie ei⸗ nem Kahlkopfe die verſchönernde Perrücke. Das Pröhl'ſche Ehepaar blieb kinderlos. Um dieſem

Uebelſtande, aber mehr der entſtehenden Langeweile, als

dem ſehnſüchtigen Bedürfniſſe abzuhelfen, warf ſich Frau Eliſabeth zur Beſchützerin und Erzieherin zweier jungen Damen auf, die ihrer Eltern beraubt, durch geſchwiſter⸗ liche Verwandtſchaftsbande zu der Familie ihres Mannes gehörten. Elvire von Aslar war die ältere ihrer Pfleg⸗ befohlenen, ſeit acht Jahren unter ihrer Obhut und ganz ohne Zweifel der Stolz ihrer noch jugendlichen Pflege⸗ mutter. Gertrud von Spärkan befand ſich erſt ſeit eini⸗ gen Jahlen bei ihr, und wurde ihr immer zeitweiſe ent⸗ zogen, wenn der Vormund des holden Kindes, der groß⸗ mächtige, ſtolze und oft mißlaunige Feldmarſchall von Spärkan in Dresden ſich des jungen Mädchens einmal erinnerte und ſiezu ſich befahl.

Im Stillen ärgerte ſich Frau von Pröhl entſetzlich über die Sultanlaunen des gnädigen Herrn Vormund, und hatte oft nicht übel Luſt, durch Vorſpiegelung von Krank⸗ heit ihre kleine hübſche Gertrud dem ſteifen Zwange des vormundſchaftlichen Befehles zu entziehen, allein hier er⸗ öffnete ſich ein Feld, wo ſie mit all' ihren Herrſcherkün⸗ ſten nichts gegen ihren Gemahl auszurichten vermochte. In einer Anwandlung von Reſpect und ſchuldiger