Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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hinab auf die lichtgrünen Wieſen zu ſchauen, wenn die Heerden mit ihren weithin ſchallenden Glocken am Ufer des ſilberhellen Flußes hinzogen. Die etwas ſentimentale Schwärmerei für ſolche Naturſchönheiten hinderte zur Zeit, als Margareth von Rittbergen mit ihrem ſtolzen und zugleich liebevollen Bruder im väterlichen Schloſſe hauſete, die junge Dame nicht, ſich ihr mit ganzer Seele hinzugeben und das tägliche Schauſpiel als das reizendſte zu preiſen, was ihr geboten werden könne. Nach ſolchen Betheuerungen zu ſchließen, gehörte Fräulein Margareth A ſchon damals dem Kreiſe jener überſchwenglichen Frauen 2 an, wie ſie um einige Jahrzehente ſpäter das ganze liebe

Deutſchland dergeſtalt überflutheten, daß man nach einer vernünftigen Frauenſeele und nach einem nüchternen Frauenverſtande vergeblich ſuchte. Es war dies der erſte Anlauf einer weiblichen Geiſteskultur, die ſich in entſetz⸗ licher Uebertreibung als ſchäfermäßige Süßlichkeit und hochtrabendes Phraſenthum Bahn zu brechen ſtrebte. Man konnte es vielleicht dem Umſtande zuſchreiben, daß den deutſchen Frauen ſeit lange wieder von der Literatur gehuldigt ward. Es war dies das erſte Stadium der weib⸗ lichen Bildung, wo man ſich in ſüßer Schwermuth den Dichtern des Vaterlandes zuneigte und ſich in ihrer Werth⸗ ſchätzung bis zu einer rührenden Anbetung verſtieg. Dem geſunden Kerne der Vernunft konnte die krankhafte Ueber⸗

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