Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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ſchönen Schweſter Margareth auf dem väterlichen Schloſſe, das von alter Bauart, umgeben von den Trümmern einer ſtolzen und mächtigen Vergangenheit, dennoch nicht ohne Anſprüche auf Pracht war. Der Charakter der Landſchaft, die Ueppigkeit des Waldgrünes und der Wieſen, von ei⸗ nem kleinen, raſch rieſelnden Gewäſſer verſchönt, milderten das Rauhe und Altritterliche des Rittberg'ſchen Ahnenſitzes, und die Ueberbleibſel einſtiger Barbarei waren von der Hand der Zeit ſowohl, als von der Mildherzigkeit der Mutter Natur ſo hinlänglich und entſprechend vorbereitet geweſen, daß es dem jungen Schloßherrn nur wenig Mühe und Geld gekoſtet hatte, um derBurg ſeiner Väter zu einem bewunderungswürdigen Ausſehen zu verhelfen. Das antike, mit Seitenthürmen verſehene Schloß lag gleichſam auf einem Vorſprunge des Gebirgszuges, der ſich dicht hinter demſelben, aber abgetrennt, in kühnen und hohen Bergrücken, ſchön bewaldet am weſtlichen Horizonte entlang zog, während der Oſten eine freie Ebene mit Baumgruppen, Wieſengrün und Kornfeldern darbot. Der Lärm der Arbeit und das rüſtige Leben der Thätigkeit entwickelte ſich in ergötzlicher Nähe vor den ſpiegelhellen Fenſtern der Schloßbewohner, ohne doch die würdige Ruhe in demſelben Maße zu be⸗ einträchtigen, und es konnte gewiß kein friedvolleres Glück geben, als Abends von den hohen Bogenfenſtern 1*