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In den anmuthigen Thälern ſowohl, als auf den waldumkränzten Hügeln lagen zerſtreut die Wohnungen reicher und armer Edelleute, die in frühern Jahrhunder⸗ ten bei weitem weniger als jetzt geneigt waren, die patri⸗ archaliſche Würde gegen ein Hofamt oder gar gegen Militair⸗ und Civilcarrieren zu vertauſchen. Sie thronten, 1 bevorzugt und mit Privilegien aller Art ausgerüſtet, als Herren auf ihren Edelſitzen und glaubten ſich Könige. Was Manchem an Reichthum abging, das hatte er dafür an Ahnen aufzuweiſen, und die Zahl derſelben, in unent⸗ weihter Reihenfolge, war wohl im Stande einen leeren Beutel und ein zerfallendes Schloßgebäude mit dem Glanze irdiſcher Hoheit zu verklären. Aber auch reiche Edelleute von untadelhaftem Stammbaume gab es in den Gauen des kleinen Landſtrichs, den wir bezeichnet haben, und unter dieſen zeichnete ſich das Geſchlecht Bünau von Rittbergen*) als ein von Gott reich geſegnetes und auch reich begabtes aus. Von allen Standesgenoſſen geachtet und von allen Untergebe⸗ nen geliebt, lebte der Stammherr Reinhard Bünau von Rittbergen ſeit Jahresfriſt mit ſeiner jungen, wunder⸗
*) Es wird von vorn herein darauf aufmerkſam gemacht, e
daß bei dem Thatſächlichen des Romans die Namen und Oerter theilweiſe verſtellt werden mußten.


