mit Du ſtill bei mir bleiben kannſt, entweder mir zum Heile, daß ich geſunde oder bis ich eingeſchlummert ſein werde. O, wie ſehne ich mich nach Dir, Melitta! Wie ſehne ich mich nach den heitern, ſonnigen Zimmern meines länd⸗ lichen Hauſes! Wie ſehne ich mich, die reine klan h unſers Teiches zu ſehen, nicht von Menſchenblut ſondern, von der Gluth des Abendrothes, be vom
Grün der Bäume, die ſilbernen Wellen im enden
Raſen auslaufend! Ich komme! Dann wollen wir zuſam⸗
men Gott preiſen, der Alles ſo wunderbar und herrlich zu
Ende geführt hat.“ Eine heilige Stille folgte dem Vorleſen dieſes Brie⸗ 8
fes. Die Blicke aller Anweſenden richteten ſich auf Melitta, die mit verklärtem Lächeln da ſaß und endlich mit ſanfter Stimme ſagte:—
„Es war meines betrübten Herzens einziger Wunſch, ihm in Tode nur nahe ſein zu können— dieſer Wunſch wird mir erfüllt und ich bin glücklich darüber. Daß ich ſeine Bitte erfüllen werde, iſt natürlich. Schon morgen ziehe ich nach Wangerode, um ihn zu erwarten. Die Trau⸗ ung wird wohl keine Schwierigkeit finden, nicht wahr?“
„Das beſorge ich, Melitta,“ ſagte der alte Herr. „Gehe hin und thue, wie Du willſt, unſer Segen beglei⸗ tet Dich!“ 8
Fides ſtand längſt hinter der Freundin und küßte
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