Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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ſie. Thilo bemächtigte ſich ihrer Hand. Frau von Etters⸗ haiden aber ſagte im prophetiſchen Tone:

Gottes Gerechtigkeit wird Dein Glück in Obacht nehmen und es nicht kürzen um Oswald's willen, denn er hat ſein irdiſches Glück ſchwer verdient!

Und ſie behielt recht! Oswald ſtarb nicht, obwohl er mehrere Jahre ſiech und elend blieb. Melitta's liebende

6 fte ihn dem Tode ab und er erfreuete ſich in Zeit einer ziemlich kräftigen Geſundheit.

Thilo verließ die Burg nie wieder, aber er bauete ſie aus, er vergrößerte ſie durch einen Anbau und verſchö⸗ nerte ſie, daß ſie ein Schmuck der ganzen Umgegend wurde.

Der alte Herr lebte noch viele Jahre. Er ſchien ſich in dem Aufblühen des neuen Stammes zu verjüngen und er erzählte den Kindern Melitta's und Fides' noch, daß einſt ein franzöſiſcher König in Deutſchland geherrſcht und die Burg an Thilo von Ettershaiden geſchenkt habe.

Seine Gattin widmete ſich eifrig der Erziehung von Arnulf's Kindern und fand eine lohnende Vergel⸗ tung in der Verehrung, womit ſie nach des alten Herrn Tode im Schloſſe Ettershaiden als Herrin be⸗ trachtet und behandelt wurde bis an ihres Lebeus Ende.

Bianca von Wangera war unmittelbar nach Be⸗ endigung des Kriegers nach Potsdam zurückgekehrt, wo ſie, durch Thilo's Hülfsleiſtung, von nun an ein ſehr

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