Ausſehen hatte, daß ſelbſt Thilo's Faſſung bei dem drohenden Blicke deſſelben erſchüttert wurde.
„Wohin? Woher?“ fragte er deutſch, aber mit franzöſiſchem Accente.
Thilo antwortete artig in ſeinem ſchönen geläufigen franzöſiſchen Jargon, der ſelbſt feingebildete Franzoſen zu dem Wahne verleitet hatte, in ihm ein Kind Frank⸗ reichs zu ſehen. Des Colonels Züge glätteten ſich auf der Stelle. Sein Blick wurde milder. Theilnehmend fragte er nach dem Kranken, der unbeweglich und mit feſtgeſchloſſenen Augen dalag. Thilo brachte wieder ſeine Vorſpiegelung von Rußland an und zeigte bedeu⸗ tungsvoll auf die Stirn Oswald's.
„Ah— pauyre camérad,“ flüſterten die nächſt⸗ ſtehenden Soldaten. Sie gruͤßten achtungsvoll und ritten davon.
Das war die letzte Prüfung, welcher Thilo's Gei⸗ ſtesgegenwart ausgeſetzt wurde. Von da an paſſirten ſie ohne Schrecken und ohne Aufenthalt alle Städte und alle Flecken Weſtphalens bis Kaſſel hinab.
Aber andere Umſtände begannen Thilo zu ängſti⸗ gen, ſo daß er wünſchte, endlich ſeine Heldenfahrt, wie er dieſe Reiſe mit Recht nannte, beendet zu ſehen.
Oswald's Befinden verſchlechterte ſich ſichtlich. Seine Wunden, ſchlecht und mangelhaft verbunden, öffneten


