—
.
231
mein Herr, wer könnte ſolchem Elende widerſtehen! Ich glaube deshalb keiner Unannehmlichkeit ausgeſetzt zu werden. Mein Reiſeziel iſt Kaſſel!“
Alles das redete Thilo mit der zuverſichtlichen Miene eines Franzoſen, der hier in ſeinem Rechte zu ſein glaubte. Der Officier trat zurück und verſchwand durch das Pförtchen im Thore, welches halb zuge⸗ lehnt war.
Es verging eine qualvolle halbe Stunde. Thilo ſtand Höllenangſt aus. Er konnte erwarten, daß eine ſtrenge Viſitation des Wagens ſtattfinden werde.
Wenn er nur die verwünſchte ruſſiſche Uniform fortgehabt hätte.
Plötzlich zeigte ſich ein Sergeant am Thore. Lang⸗ ſam ſchlendernd umging er den Wagen und muſterte ihn, als wolle er ihn zum Modell nehmen.
Beim Kutſcher, der gelangweilt im Bocke ſaß, blieb er ſtehen und fragte ihn auf franzöſiſch, woher k komme. Der Burſche lachte und ſchüttelte mit dem
opfe.
Dann folgte die Frage, wohin er wolle. Wieder⸗ um ein höchſt vergnügtes Geſicht als Antwort— nichts weiter.
Der Sergeant fragte immer weiter. Der Kutſcher lachte immer ſorgloſer.
Zuletzt rief er in der allerfröhlichſten Laune:


