Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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nichts von dem harten Seelenkampfe ſeines Freundes. Apathiſch in die Kiſſen zurückgelehnt, die ihm jetzt erſt als durchaus nothwendig erſchienen, überließ er ſich dem Behagen, ſeiner beklemmenden Lage im Amthauſe ent⸗ hoben zu ſein und ſchlummerte endlich ein. Erſt beim Anhalten des Wagens am Thore ſchreckte er aus die⸗ ſem leichten Schlafe auf und wollte ſich erheben. Thilo drückte ihn zurück in die Kiſſen.

Kein Laut von Deinen Lippen ſchlafe fort! flüſterte er. Ein wachthabender Officier trat eilig näher und forderte Thilo's Legitimationspapiere, natürlich in franzöſiſcher Sprache. Ruhig reichte er ſie ihm. Der Officier verbeugte ſich leicht, blickte aber zu gleicher Zeit ſcharf in den Wagen auf die Betten, worin Os⸗ wald eingehüllt lag.

Aber der Kranke, Herr Marquis? fragte er mißtrauiſch und befremdet zugleich.

Iſt ebenfalls weſtphäliſcher Unterthan, antwor⸗ tete Thilo mit ſeiner gewinnenden Freundlichkeit.

Er heißt? fragte der Officier ſcharf.

Wangera antwortete Thilo, den Namen ſo ſtreng franzöſiſch accentuirend, daß niemand Wangera darunter geſucht haben würde.

Kommt woher? fragte der Officier ungeduldig. Thilo zuckte mitleidig die Schultern.Von Rußland! Aus Mitleiden nahm ich ihn mit in den Wagen! O,