Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Gleich darauf trat Fräulein Bianca ziemlich aufge⸗ regt in das kleine Cabinettchen, das kaum Raum für ſo viel Gäſte bot. Sie reichte Thilo, den ſie erſt ſehr flüchtig begrüßt hatte, in einem Anfluge von Extaſe die Hand und ſprach mit Pathos:Ich ſehe Dich wieder, Thilo noch glaube ich es kaum! Hätte ich gewußt, wo Du zu ſuchen geweſen, ich würde das Land durchpilgert haben, um Dich von dem Despoten Napoleon zurückzufordern!

Laſſen Sie es gut ſein, Couſine Bianca, antwor⸗ tete Thilo herzlich lachend.Wäre dieſer Despotenhaß damals ſchon ausgebildet geweſen, ſo hätte ich wahrſchein⸗ lich nie das Angeſicht Napoleons geſehen und mein Lebens⸗ weg würde ſich einer andern Richtung erfreuet haben. Aber ich bin jetzt zufrieden. Wir wollen die Vergangen⸗ heit ruhen laſſen.

Ja, ja! ſprach ſie eifrig.Wir haben Wichtigeres zu ſprechen. Dies koſtbare Leben muß den Klauen der Franzoſen entriſſen werden, fügte ſie theatraliſch auf Oswald deutend, hinzu.

Laſſen Sie doch den armen Franzoſen Gerechtigkeit widerfahren, ſpottete Thilo, um ihre Aufmerkſamkeit von Oswald abzuziehen, der ſich unbehaglich zu fühlen ſchien, daß er ſeiner treuen Pflegerin nicht volles Vertrauen ſchen⸗ ken dürfe.Wiſſen Sie nicht mehr, wie Sie die Zierlichkeit der franzöſiſchen Hände und Beine geprieſen haben? Den⸗ ken Sie an den Tambour!