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bin ich überzeugt. Nur noch eins, ehe Bianca kommt, die mir zugeflüſtert hat, daß ſie uns aufſuchen werde, ſobald das Geſinde zur Ruhe ſei. Ich habe ſtets die Erfahrung gemacht, daß jedes Geheimniß am ſicherſten bewahrt wird, wenn Niemand ein Geheimniß ahnet und daß jedes Wage⸗ ſtück am beſten gelingt, wenn Niemand eine Gefahr fürch⸗ tet. Selbſt dem treueſten und zuverläſſigſten Menſchen traue ich nicht. Darum erfuhr mein Kutſcher gar nichts von der Abſicht meiner Reiſe und darum bitt' ich Dich, weder gegen den ehrlichen Fritſche, noch gegen Bianca von unſern Befürchtungen zu ſprechen. Wir fahren einfach von hier ab, ohne Fritſche wieder mitzunehmen. Der alte Leib⸗ huſar paßt mir nicht auf Weſtphalens Grund und Boden, und Bianca's Stoßgebete würden mehr verrathen, als nützen. Mein Kutſcher iſt ein alter Bekannter, der mich nur unter dem Namen Marquis d'Eterais kennt. Ich habe ihn eigens aus Kaſſel zur Reiſe kommen laſſen mit dem Wagen zugleich. Er kennt Dich nicht— er kennt meine wahren Verhältniſſe nicht. Er weiß nichts vom Grunde meiner Reiſe und iſt ſorgloſer Natur. Alſo unſer Loſungs⸗ wort heißt: Keine Vorſichtsmaßregeln ſind die beſten Vor⸗ ſichtsmaßregeln.“
„, Ich füge mich— um mich vor Gefangenſchaft zu bewahren— Deiner diplomatiſchen Klugheit,“ murmelte Oswald und winkte Thilo zu ſchweigen, weil ein Geräuſch ſich nähere.
E. Fritze: Die Herren v. Ettershaiden. II. 15


