214
diger und feſter beharrte der alte Herr auf ſeinen Anſichten.
Das Thor der Burg war, wie jetzt immer, geſchloſ⸗ ſen. Nur nach einem Zeichen mit dem ſchweren Meſſing⸗ klopfer an der Pforte wurde dieſe geöffnet.
Mitten im Geſpräche hielt Thilo plötzlich den Athem an— dröhnend ſchallte das Zeichen durch den ſtillen Abend. Es begehrte Jemand Einlaß.
Mit ſtiller Faſſung, durch Blicke ſich Muth zurufend, erwartete man das Reſultat dieſes Ereigniſſes. Thilo allein ſtand auf. Die Würde des Hausherrn erforderte es, daß er ſich zum Empfange unerwarteter Gäſte bereit hielt.
Der Diener trat ein und meldete einen Boten, der nur dem Herrn von Ettershaiden allein ſeine Beſtellung ausrichten wolle.
Alles athmete froh bei dieſer friedlichen Wendung auf. Thilo ging ſchnell in den Vorflur— Fides folgte ihm neugierig bis zur Schwelle. Geſpannt hingen die Blicke Aller an der Thür. Melitta war geiſterbleich und ſtützte ſich krampfhaft auf die Lehnen ihres Seſſels. Gleich
darauf hörte man Thilo's Stimme, welche freudig und
laut durch die Wölbung ertönte.
„Fritſche— alter guter Leibhuſar— täuſcht mich denn wirklich mein Auge nicht— Fritſche— iſt Er es denn oder iſt'’s ein Geiſterſpuk?“
8
—


