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zu rechnen. Sie iſt eine Waiſe und als Mündel des Oberhofjägermeiſters in ſeine Familie aufgenommen.“
„Und doch hörte ich ſie Mademoiſelle nennen?“
„Sie iſt eine Bürgerliche. Sonderbare Familien⸗ verhältniſſe ſcheinen ihre Mutter gezwungen zu haben, das Kind unter den Schutz eines angeſehenen Mannes zu ſtellen.“
„Und der ſtolze Ettershaiden gab ſich dazu her, eine Bürgerliche zu beſchützen?“ fragte Thilo, höchlichſt amüſirt von der Inconſequenz ſeines Vetters.
„Du verkennſt meinen lieben, alten Herrn!“ ant⸗ wortete Oswald.„Ich wette, es vergeht kein Monat, wenn Du ſonſt nicht halsſtarrig biſt, und Du liebſt ihn gleich einem Vater.“ Thilo machte eine abwehrende Bewegung.
„Ich habe ſeine erſte Gattin geliebt, wie eine Mutter— daß er dieſe Frau von ſich lafſen konnte, vergebe ich ihm nie!“
„Doch! Und am ſicherſten, wenn Du ſelbſt die furchtbare Macht der Leidenſchaft kennen lernen ſollteſt. Seine erſte Ehe war eine Convenienzheirath. Wäre meine Couſine Bella ihm nicht in den Weg getreten, ſo würde er ſich, ſeinem edlen Sinne gemäß, damit be⸗ gnügt haben, daß er an der Seite einer Frau lebte, die älter war, als er,“


