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Oswald, alſo ſagſt Du mir nichts Neues,“ antwortete
Thilo mit herzlichem Tone.„Es iſt etwas Eigenes um Jugendfreundſchaft, mein Lieber! Unſere Jugendthorheiten, die wir zuſammen getrieben, befähigen uns, die Regun⸗ gen in des Mannes Bruſt Wort, welches mir über Deine Abſicht, Wangeroda zu verkaufen, zu Ohr kam, enthüllte mir zugleich Deine Opferbereitwilligkeit für's Vaterland. Ich wußte ſogleich, daß Du beſchließen würdeſt, nach Rußland zu gehen, um Dein Blut dem hohen Zwecke zu bieten, Gegen⸗ wehr zu leiſten nach Möglichkeit. Wäre ich frei, ſo würde mich dieſelbe Begeiſterung forttreiben! Da ich durch Ehrenpflichten gebunden bin, ſo will ich wenig⸗ ſtens dem helfen, der mir ohne Betheuerung, ja ohne Erklärung Vertrauen bewieſen hat. Ich übernehme käuf⸗
lich Dein Gut, Oswald— kommſt Du entmuthigt, in
t zu errathen. Das erſte
Deinen heiligſten Gefühlen vernichtet, zurück, ſo weißt Du, wo Du Dein Haupt niederlegen kannſt, um aus⸗ zuruhen! Willſt Du meinen Vorſchlag annehmen?“ fragte er mit jenem unwiderſtehlichen Tone, der ſchon—
ſo oft Löwen gezähmt haben ſollte.
Oswald ſchlug in die dargebotene Hand ein. Zu ſprechen vermochte er nicht.
„Die Zeit drängt,“ ſprach Thilo weiter. Meine
letzte Miſſion iſt leider zum Tagesgeſpräch geworden
durch die Indiscretion der Generale, welche gerade um g


